biserica-din-cetateMit einer Geschichte von fast 1000 Jahren, hat die Burg Oradea alle Trümpfe einer erstklassigen Sehenswürdigkeit zu werden, nicht nur für das Munizipium an den Ufern des Flusses Crişul Repede, sondern auch für die westliche Region Rumäniens und, im Allgemeinen, für den zentral- und ost-europäischen Raum. Die geschichtliche Vergangenheit, die Architektur, die Geschichten und Legenden hinsichtlich bestimmter Ereignisse, die dieser Existenz geprägt haben, verleihen ihr die Attraktivität und die Originalität die viele andere Monumente begehren.

Die Burg Oradea, die Wiege und der Entwicklungskern von dem was in der Geschichte unter dem Namen von Oradea Mare, Nagyvárad oder Grosswardein bekannt wurde, ist ein Anhaltspunkt nicht nur für die städtische Entwicklung dieser Zone, sondern auch für ihre Geschichte.

Schon vom Anfang war die Burg Oradea der polarisierende Kern der Ansiedlungen Oradea’s durch die Konzentrierung der politischen, militärischen, administrativen, juristischen und religiösen Funktionen Oradea’s zwischen ihren Mauern. Diese wurde auch ein wichtiges religiöses Zentrum und ein wichtiger europäischer Pilgerfahrtplatz nach der Heiligung, in 1192, des Gründers des Bistums von Oradea als Sankt Ladislaus, der Taumaturge, damals, in den 13. und 14Jh.

 

Die aktive Implizierung der Bischöfe in diese Entwicklung und das sprudelnde Kulturleben haben die Burg Oradea im 15. Jahrhundert in einem der bedeutendsten Zentren des Humanismus und der Renaissance im Zentral-osten Europa’s verwandelt. Hier funktionierte eine große Bibliothek mit Büchern aus ganzem Italien  gebracht, ein Literarum asylum, Treffpunkt der großen humanistischen Gelehrten der Zeit, eine Sternwarte  – die den Nullmeridian der Karten in Oradea für mehrere Jahrhunderte fixieren -, sowie auch eine Schule des katholischen Konzils wo auch der große humanistische Gelehrte Nicolae Olahus studiert hat.

Die Burg Oradea hat, 203 Jahrelang,  den Nullmeridian für das Verfassen der Karten und damit fur die größten geographischen Entdeckungen die gemacht wurden,  festgesetzt. Der Nullmeridian dürchquerte die Burg von Oradea. Diese Lokalisierung wurde von dem österreichischen Physiker Georg von Peuerbach, mit seinen berühmten “Tabulas Varadiensis”, auf Anregung des großen Humanisten, Ioan Vitéz von Zredna, Bischof von Oradea (zwischen 1445 und 1465),  gemacht.

Im Verlauf ihrer Geschichte, war die Burg Residenz des Römisch-Katholischem Bistums von Oradea (1092 – 1557), als auch grundsätzlich militärische Burg (1557 – 1857), der Reihe nach, unter verschiedenen Verwaltungen: ungarisch/siebenbürgische (1092 – 1660), ottomanische (1660-1692), habsburgische (1692 – 1918). Im Verlauf der Jahrhunderte wurde die Burg oftmals bedrängt: von Tataren (1241), Türken (1474, 1598, 1658, 1660), den siebenbürgischen Aufständischen (1290, 1514, 1664, 1703 – 1710), den Heeren des Fürstentums Siebenbürgen (1557, 1603), Österreichern (1692), aber konnte nur dreimal erobert werden.

Die Burg ist die Ruhestätte von mehreren gekrönten Häuptern: Ladislau der Ite. (nach Oradea gebracht zwischen 1130 und 1334), Andrei der II. (1235, danach in Agria getragen), Ştefan der II., Ladislau der IV. Cumanul (1290), Königin Beatrix, die Ehefrau von Carol Robert von Anjou (1319), Königin Maria von Anjou, die Ehefrau von Sigismund von Luxemburg (1396), Kaiser-König Sigismund von Luxemburg (1437, der einzige römisch-deutsche Kaiser außerhalb Deutschlands begrabt).

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Gheorghe-Rakoczi-al-II-leaDie großen Hauptmänner von Oradea haben eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte gespielt: 1575 wurde Ştefan Báthori auch König von Polen und Christofor Báthori, Ştefan Bocskai und Gheorghe Rákóczi der II. wurden zu Fürsten Siebenbürgens.

Außer der Schutzfunktion, waren die Mauern der Burg Zeuge verschiedener Märkte, zum Beispiel der Markt zum Tag der Heiligen Maria, wo Waren aus Orient und aus dem Westen getauscht wurden und wo, sagt der berühmte türkischer Reisende Evlia Celebi, „40.000 Menschen“ anwesend waren.

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Architektonisch, kennt die Burg Oradea drei große Entwicklungsetappen: eine romanische Etappe, eine gotische Etappe und, letztendlich, die Renaissance- und Barocketappe, die das Monument auch heute sichtbar prägt. Burg Oradea, nach der Wiederherstellung und der Erweiterung von den 16. und 17. Jahrhunderten, erhält die typische Physionomie einer Festung von italienischem Basteityp, mit Basteien von Typ Feder (ubrigens, die einzige von diesem Typ aus der ganzen ost-europäischen Zone).

Ausgewählte Bibliographie