poza-mica-cetateDie Grosswardeiner Festung

DIE GROSSWARDEINER FESTUNG (Intependentei Platz, 41) wurde am Ende des 11. Jhr. errichtet, um ursprünglich ein Marienkloster zu schützen, das laut Legenden, auf einer Insel mitte des Flusses Kreisch, neben dem Bach Peta, aufgebaut wurde. Am Anfang hatte die Festung eine Bodenwelle, gestärkt mit einer Palisadenwand und mehreren Holzbasteien.

Nachdem die Burg Sitz des römisch-katolischen Bistums Großwardein geworden ist, wurde in der Festung auch eine Kathedrale erbaut, wo ein Kolleg gab, das aus 24 Priestern bestand; es trug den Namen Capitlu.

Schon am Anfang spielte die Großwardeiner Festung eine wichtige Rolle in der Gegend. Im Raum um die Festung sind andere Niederlassungen entstanden, die alle politisch, militär, juridisch, administrativ und religiös von der Burg abhängig waren.
Als die Tataren und Mongolen im Jahre 1241 eingefallen sind, war die Festung nicht im besten Zustand.

poza-mica-cetate4ÎDeswegen ist den Wandervölkern durch eine auf deren Schnelligkeit aufgebaute Strategie, gelungen, die Festung zu erobern und sie durch Brand zu vernichten. Dieses bedauerliche Ereignis  wurde vom Möch Rogerius im Gedicht Carmen miserabile beschrieben.Nach dem Konzil von Lyon im Februar 1245 wurde die Stadt neu aufgebaut, da es viele Vorteile für die Neusiedler gab. Das Errichten der Stadt fand in großen Maßstäben statt,  auch im Laufe des kommenden Jahrhunderts. Somit wurde zwischen 1342-1370 eine reisengroße, gotische Kathedarale erbaut, die eine der größten im zentral-östlichen  europäischen Raum war. Im Süden der Burg wurde auch einen beeindruckenden Bischofspalast errichtet.

Die Brüder Martin und Gheroghe aus Klausenburg gießen zwischen 1360-1370 in der Burg auch die Brontestatuen der drei selliggesprochenen Königen: Stephan I., Emeric und Ladislau I., in natürlicher Größe und völlig vergoldet. Die Standbilder wurden aber von den Türken im Jahre 1660 in Beschlag genommen und daraus wurden Kanonen gegossen.

poza-mica-cetate5Die Großwardeiner Burg erfreute sich im Laufe der Zeit an einem hohen Ansehen von allen ungarischen Königen, Ladislau I., Ludwig dem Großen, Sigismund von Louxemburg, Mathias Corvinus, Johann Zapolya oder von siebenbürgischen Prinzen, Stefhan Bathory, Kristofor Bathory, Gabriel Bethlen, Georg Rákoczi I., die sich besonders um die Festung gekümmert haben. Großwardein war lange Zeit die zweite Rezidenz, mit der dazugehörigen Pracht.
In der Kathedrale oder im Festungsfriedhof wurden insgesamt 7 Könige und Königinnen beigesetzt: Ladislau I., Andreas II.,Stephan II., Ladislau IV. der Kumane, die Königin Beatrix, die Königin Maria und der Kaiserkönig Sigismund von Luxemburg. Ausserdem wurden hier viele Bischöfe zur ewigen Ruhe gesetzt, darunter Andrea Scolari und Sigismund Thurzo.

Am 25. August 1401 , hat der Papst Bonifatius der IX. der Kathedrale einen besonderen Rang verliehen, ähnlich mit der Markuskirche in Venedig oder Santa Maria Portiuncula din Assisi. Somit ist die Kirche ein Wallfahrtsort für viele Gläubigen geworden, was Berühmtheit und höhere Einnahmen der Burg und dem Umland brachte. Nicht nur einfache Laier besuchen die Festung, sondern auch Könige kommen  hierher, um ein Gebet in der Kathedrale zu sprechen. Am 31.März, zu Osterfest haben der König Vladislav Jagello von Polen und der König Sigismund von Louxemburg in der Burg zwei Wochen verbracht.

patrimoniu-13Im 15. Jhr., genannt auch das Goldene Jahrhundert der Burg, lebten da einige Bischöfe, die auch wertvolle Gelehrten waren- Andrea Scolari, Johann Vitez von Zredna, Sigismung Thurzo. Großwardein wird ein wichtiges Zentrum der Humanisten und der Renaissance, im zentralöstlichen Europa. Es entsteht eine beeindruckende Bibliothek, die die meisten Werke der europäischen Humanisten besaß, nebenbei funktionierte auch ein  Literarum asylum, ein Treffpunkt  für Gespräche der italienischen und sonstigen europäischen Gelehrten. Ein berühmter Phisyker der Universität aus Wien, Georg Peuerbach (1423-1461) hat hier eine Sternwarte gegründet und durch die Hinstellung des 0 Meridians in Großwardein, hat  er die Sonnen- und Mondfinsternisse in seinen bekannten Werken Tabulas Varadiensis berechnet. In der hiesigen Schule, die neben der Festung funktionierte, studierte im 16. Jhr. auch der berühmte Humanist rumänischer Abstammung Nicolaus Olahus.

Im Rahmen des geistlichen Lebens, neben Bischofsitz und bedeutender Wallfahrtsort, kann man noch zwei wichtige Aspekte hervorheben. Der große unitarische Aufstand vom 22. Juni 1565 war die Folge der Auflösung katholischer Institutionen im Jahre 1557, durch die Zerstörung der Kathedrale aus der Festung. Zweitens, es wurde an der Buchdruckerei von Großwardein die magyarische Auflage der Bilbel gedruckt, bekannt als die Bibel von Großwardein. Dies geschah im Jahre der türkischen Besatzung.

patrimoniu-16Aus militärischer Sicht, verfügte der Festungsbistum von einem eigenen Heer, das im Jahre 1427, 500 Reiter und eine gleiche Anzahl von Fußgänger zählte. Das Heer bestand meistens aus einheimischen Männern (aus Gepis, Remetea). Als Heerführer, haben einige Bischöfe von Großwardein in Kriegen mitgemacht und sind in den Schlachten von Varna (1444) und Mohacz (1526) gefallen.

Nach dem Zerfall des ungarischen Königreiches und der Verteilung unter den Osmanen und den Habsburgern, haben für die Burg Großwardein Ferdinand von Habsburg und der König Johann Zapolya gekämpft. In diesem Zusammenhang wurde am 24. Februar 1538 der Frieden von Großwardein in der Burg geschlossen. Das gilt als erstes internationales Abkommen, wo die Trennung Siebenbürgens von Ungarn, bestätigt wird. Der Konflikt ist erneut ausgebrochen, als Buda von den Osmanen erobert wurde (August 1540) und nachdem Zapolya gestorben ist (1541). Das Ende der Auseinandersetzung kommt am 10. April 1557, gleichzeitig mit der Besatzung der Festung Großwardein durch das Heer des siebenbürgischen Fürstentums.

Damals ist das Große Führungsgremium von Großwardein entstanden, mit dem Auftrag, die westliche Grenze des Fürstentums und das Gut der Burg Großwardein zu verteidigen. Die Güter des Bistums und der Schule wurden säkularisiert und die katholischen Institutionen wurden aufgelöst, als Ergebnis der erfolgreichen Kirchenreform. Die künftigen Kapitänen von Großwardein spielten eine wesentliche Rolle auch im lokalen Bereich, ausserdem wurden einige von ihnen, z.B. Stephan Bathory (ab 1575 auch König von Polen), Kristofor Bathory, Stephan Bocskay, Gheorghe Rakoczi II.  sogar Fürsten von Siebenbürgen.

poza-mica-cetate2Die politischen Veränderungen aus der Gegend, veranlasst durch die Belagerung Budas (August 1540) und von Temeswar (1552), haben die Not gebracht, in Großwardein, einen neue, zeitgenossige Wehrburg zu bauen. Die siebenbürgischen Fürsten haben italienische Architekten beauftragt, eine neue fünfeckige Festung zu erbauen. Die Italiener waren zu damaligen Zeiten sehr begehrt in diesem Bereich des Festungsbaus. Die neue Festung hatte einen Wassergraben, Basteien an den Ecken und wurde in Spätrenesaince Stil zwischen 1569-1598  entworfen und gebaut. Später, 1618-1650 , wurde auch das Burgschloss errichtet.

Im Laufe ihrer Geschichte, hatte die Burg Großwardein besondere Verhältnisse auch zu den anderen rumänischen Ländern. Ein wichtiger Moment wird die Herrschaft von Michael dem Tapferen (1593-1601) betrachtet, als das Burgheer, geführt von dem Kapitän Stephan Bocskay, an dem Kamp gegen die Türken im Jahre 1595 beteiligt war. Gekämpft wurde in Targoviste, Bukarest, Giurgiu. In 1595 kommen 1500 Reiter, geführt von Aga Lecca, nach Großwardein, um Hilfe zu leisten, da die Burg von den Türken belagert war.
Die Armee des osmanischen Reiches haben die Burg Großwardein in 1474, 1598, 1658 und 1660 belagert, als nach einer Belagerung von 46 Tagen, fällt die Stadt unter die Osmanen. Vergebens haben die 45.000 Türken versucht gegen die 850 Einheimischen zu kämpfen, aber nach einem Verrat, am 27. August wird die Festung erobert und somit wird die osmanische Verwaltung 32 Jahre lang Großwardein besetzen.

Nach einer sehr langer Kampagne (Juni 1691 bis Juni 1692), wurde am 5. Juni 1692 ein Abkommen zwischen dem letzen großen Gubernator von Großwardein, Abdulatiff Pasha und dem General Doanth Heisser unterzeichet, laut dem die Osmanen auf die Burg verzichten und somit wird sie Besitz der Österreicher. Der Moment gilt in der Geschichte als ein großer Sieg des Christentums und Beginn der modernen Zeit für die Stadt.

patrimoniu-14Ab 1692, wird die Festung Teil des Habsburger Wehrsystems mit mannigfaltigen Funktionen. In dieser Zeit war die Festung in engen Verhältinissen mit anderen ähnlichen Burgen im Habsburger Reich. Die neuen Herrscher haben eine große Bedeutung der Großwardeiner Burg verliehen, bewiesen durch die Reparatur- und Umbauarbeiten in den Zeitspannen: 1692-1695, 1754-1755, 1755-1777 und 1883-1887.

Laut dem Dekret vom 16. Mai 1857 wird durch den Kaiser Franz Josef endgültig die militärische Funktion der Festung aufgehoben. Die Festung bleibt weiterhin bis zum Kriegsende 1918 als Zusatzraum. Auch nach 1918, blieb die Festung ein militärischer Punkt und es wurde auch dementsprechend benutzt.

poza-mica-cetate3Das Restaurationsprozess, im Jahre 1998 begonnen und großzügig fortgesetzt, will soweit wie möglich, die damalige Pracht der Großwardeiner Festung wieder hergeben. Man möchte daraus einen wichtigen Anziehungspunkt sowohl für Einheimische als auch für Besucher machen, damit die Festung ein richtiges Wahrzeichen der Stadt wird.