istorie9Die Gegenwart

 Das sozial-politische Leben der Stadt zur Zeit und gleich nach dem Ende des Krieges erfuhr eine sichtbare Verschlechterung, was die Entwicklung der Linksbewegung ermöglichte, bemerkbar insbesondere bei der Rückkehr von der Front von Vantus Károly, der die Stellung des ersten Sekretärs der Sozial-Demokratischen Partei übernehmen sollte, und gleichzeitig mit der Anwesenheit in Großwardein des Kommunisten Béla Kun, einer von Trotzkis nahen Mitarbeitern. Übrigens organisierten am 7. Dezember 1918 die Kommunisten von Großwardein gleichzeitig im großen Saal des Rathauses und im Stadttheater eine Versammlung gegen die Entscheidung von Karlsburg; an dieser Versammlung beteiligten sich eine große Zahl demobilisierter Soldaten, die auf Kosten des Rathauses in der Stadt unterhalten worden waren. Es wurden sogar mehrere Maßnahmen eingesetzt um das Eindringen der rumänischen Armee in die Stadt zu verhindern, aber der kurze Besuch des Generals Henri Mathias Berhelot am Sonntag, den 29. Dezember 1918, verhalf in großem Maße die Verbesserung des Morals der rumänischen Soldaten. Die spätere Gründung der kommunistischen Regierung in Ungarn, unter der Leitung von Bela Kun, wird die Gemüter in Großwardein noch mehr aufregen. Gleich danach beschloß Kun, die “rote Armee” zu gründen, alle Personen welche die Zielsetzungen der Regierung gefährden konnten wurden eingehaftet, eine ganze Reihe Einschränkungs -maßnahmen wurde getroffen, es wurde die Arbeitspflicht aller Stadtbürger verkündet. Weil die Sachlage in der Stadt einen kritischen Punkt erreicht hatte, infolge der Zusammenstöße zwischen den “Roten” (Kommunisten) und den “Weißen” (Antikommunisten), berief sich am 19/20. April 1919 die neue Führung der Stadt, mit dem Bürgermeister Rimer Károly an der Spitze, auf die Hilfe des rumänischen Kommandos der 6. Division in  Tileagd und ersuchte deren Einmarsch in die Stadt, um den Frieden wieder herzustellen. Am Morgen des ersten Ostertages, den 20. April, kamen die Anführer der Stadt den Kommandanten der rumänischen Armee entgegen. General Traian Moșoiu, begleitet von seinen hochrangigen Generälen, betrat dann gegen 14.00 Uhr das Gebäude des Rathauses, und übernahm damit offiziell die Leitung der Stadt. Am nächsten Tag nach dem Einmarsch der rumänischen Truppen in Großwardein und zum ersten Mal unter Bedingungen der Legalität und Sicherheit, konnte der Rumänische Nationalrat von Großwardein einige für die Stadt unbedingt nötigen Maßnahmen treffen, bestimmt sowohl um die Weiterführung des sozialen Lebens, als auch die Ordnung und die Versorgung mit den für das tägliche Dasein erforderlichen Mitteln zu ermöglichen.

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Durch den königlichen Erlaß Nr. 2465 vom 25. September 1925 wurde Großwardein der Rang einer Munizipalität erteilt, und im Jahre 1930 bestimmte der Beratungsausschuß für Heraldik den Wappen der Munizipalität von Großwardein, mit dem folgenden Bild: ein blaues Schild geteilt von einem silbernen lateinischen Kreuz, das ein beflügelter, mit einem goldenen Heiligenschein gekrönter Erzengel in seiner linken Hand hält, und zur Rechten des Kreuzes ein goldener, gekrönter, auf den Hinterpfoten erhobener Löwe mit gespaltenem Schwanz und roter Zunge. Das Schild ist gestempelt mit einer Mauerkrone mit sieben Türmen.
In der ganzen Zwischenkriegszeit ist die höchste Verwaltungsbehörde vom Bürgermeister verkörpert worden, mit dem Beistand einer Bürgermeisterhilfe. Die im Namen der Stadt getroffenen Beschlüsse wurden von einer Beschlußbehörde besprochen und entschieden, bekannt als Interimsrat, aus dessen Reihen die Permanente Delegation bestimmt wird. Das Generalsekretariat des Rathauses hatte mehrere untergeordnete Ämter: Verwaltungsamt, Finanzamt, Wirtschaftsamt, Amt für Kultursachen, für öffentliche Schulung und Sozialschutz, Gemeindepolizei und Industriebehörde, sowie Rechtsabteilung.

In Bezug auf die Struktur der Bevölkerung nach Nationalitäten, hatte gemäß der Zählung von 1930 die rumänische Bevölkerung einen Anteil von 27,7% erreicht, die Ungarn belegten 51%, und die jüdische Minderheit betrug 17,7%. Zu den anderen, weniger vertretenen Minderheiten, zählten Deutsche, Roma, Rutenen, Ukrainer, usw.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird der Stadt Großwardein große Schaden zufügen, unter dem die Bevölkerung besonders schwer zu leiden hatte. Bereits seit der Eingliederung Siebenbürgens in die rumänische Verwaltung hatten die Ungarn eine Kampagne zur Bekämpfung und Beseitigung der Beschlüsse des Vertrags von Trianon ausgelöst.
Allmählich kam es auch zu konkreten subversiven Handlungen, und in Großwardein wurden Mitglieder der Organisation Rongyos Gárda (die Lumpengarde) aufgespürt, und im Frühjahr 1939 wurden in der Nähe der Grenze mit Rumänien lokale Abteilungen der Gruppierung Önvédelmi Szervezet (Notwehrorganisation) organisiert, die als Vorhaben auf rumänischem Gebiet den Angriff im Notfall gegen die regelmäßigen Truppen hatten, die Organisierung von Attentaten gegen hervorragende Persönlichkeiten, das Zusammenstellen von Wehrsport- und Spionagegruppen.
Die Verstärkung des seitens Ungarn ausgeübten diplomatischen Drucks (mit Unterstützung von Hitlerdeutschland und vom faschistischen Italien) gegen Rumänien im Sommer 1940 und der Mißerfolg der zweiseitigen Gespräche in Turnu Severin zwangen den rumänischen Teil am 30.

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August zur Annahme des Wiener Diktats, aufgrund dessen der nord-westliche Teil von Siebenbürgen an Ungarn abgetreten wurde, umfassend ein Gebiet von 42.243 mit mehreren Städten, einschließlich Großwardein. Die Bevölkerung erfuhr die Nachricht um 16.00 Uhr desselben Tages durch Vermitteln der Radiosendungen, und diese Neuigkeit entfachte die Begeisterung unter den Ungarn und die Verzweiflung bei den Rumänen. Am nächsten Tag setzte sich Soós István, als Abgeordneter im rumänischen Parlament, in Verbindung mit Augustin Chirilă, dem Bürgermeister der Stadt, und dem Präfekten Vasile Todoruț. Alle drei stimmten überein daß, unter den neuen Umständen, das Beibehalten der Ruhe und der Ordnung in der Stadt lebenswichtig war. Am 1. September fand eine große Antirevisions-Demonstration statt, die zum Stadtplatz hin vorschritt, und dann in Richtung des Deutschen Konsulats zu Großwardein weiter vordrang, wo die Sachen in Richtung Unruhe und Heftigkeit neigten, und dann wurden die Demonstranten durch den brutalen Eingriff der Polizei zerstreut.

Die Ereignisse im Sommer 1944 schufen in Rumänien günstige Bedingungen für die Waffen-Wende gegen Deutschland und für die Befreiung des nord-westlichen Teils von Siebenbürgen. Kurze Zeit nachdem die neue Wende der Ereignisse in Rumänien nach dem 23. August bekannt wurde, unternahm die ungarische Regierung außerordentliche Maßnahmen für den Nord-Westen Siebenbürgens: die Gegend wurde als Kriegsbereich erklärt, es wurden jegliche Demonstrationen, öffentlichen Versammlungen, usw. verboten. Ende September waren die rumänischen und sowjetischen Truppen bereits nahe an Großwardein vorgedrungen.

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In der Verwaltung wurden Kommunisten ernannt, während die Vertreter der historischen Parteien beseitigt wurden, zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen, die Vertreter der verschiedenen Kirchen wurden verfolgt, usw.
Unter den Erfolgen der kommunistischen Zeit sollten wir die Eröffnung der Baustelle des Alumina-Werkes anführen, die Eröffnung zahlreicher Leichtindustrieunternehmen (Solidaritatea, Arta, Crișul, Crișana), die Inbetriebsetzung der Landwirtschaftlichen Staatsunternehmen Gewächshäuser und Hühnerzucht, der Aufbau zahlreicher Hochhäuser, Krankenhäuser, usw. Leider wirkte sich die zwangsweise auferlegte Industrialisierungspolitik auch in mehrfache negative Wirkungen aus, was letztendlich zu einer wahrhaftigen Wirtschaftskrise führte – mit tiefgehenden Wirkungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens; die vielfachen Mängel und Entbehrungen erschwerten das Dasein der Einwohner, die im Dezember 1989 ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachten durch weitgehende Protesthandlungen gegen das kommunistische Regime. Damals wurde auch die städtische Organisation der Front der Nationalen Rettung gegründet, welche die Leitung der Stadt z.Z. übernommen hat.

Großwardein ist mit vielen Städten auf den ganzen Erde verbrüdert und unterhält mit ihnen bedeutende Beziehungen in verschiedenen Bereichen: Debrecen (Ungarn), Linkoping (Schweden), Coslada (Spanien), Givatayim (Israel), Mantova (Italien), Ceyrat (Frankreich). În 2003 ist ein Freundschaftsabkommen unterzeichnet worden mit Ivano-Frankvisk (Ukraine), und in 2006 ein Zusammenarbeitsabkommen mit Montbéliard (Frankreich).