Tezaurul Episcopiei romano-catolice de Oradea
Schatz des Römisch-Katholischen Bischofsamtes
  • Bauweise – Barock Stil
  • Zeitrahmen -1751-1779
  • Architekt -Franz Anton Hillebrandt
Das Römisch-Katholische Bischofsamt aus Oradea/Großwardein ist das älteste Bischofsamt in der Stadt, deren Gründung nach der Errichtung Klosters zu Ehren der Jungfrau Maria  vom König Ladislaus der Heillige stattgefunden hat. Führer der bischoflichen Institution waren viele wichtige Leute, die den kulturellen und künstlerischen Tätigkeiten eine große Bedeutung verliehen, so daß dazu führte, daß Oradea/Großwardein ein blühendes kulturelles Leben in vielen Phasen ihrer Geschichte hatte. Aus Italien kammen hierher die ersten spezifischen Elemente des Humanismus und der Renaissance.

Die lange Serie wurde von Ladislau Déméndi angefagen, und zwischen seinen Nachfolgern ist Andrea Scolari bemerkenswert. Angesehen als “eine perfekte Verkörperung des Geistes der Renaissance, ein Prälat, der würdig für den Zeitraum war, der in der Geschichte der Papalität als der goldene Pontifikat bekannt ist”. Dauernd der ganzen Zeit, als er das Amt des Bischofs in Oradea/Großwardein verübte, versuchte er in seinem Hof eine großtmöglichste Anzahl von italienischen Künstlern zu sammeln, die er mit die Errichtung von Kapelleen und gezierten Altaren den luxuriösesten Dekorationen beauftragte. Er kümmerte sich auch um Bücher und man weist ihm den ersten Versuch der Gründung einer Bibliothek in Oradea/Großwardein zu, insbesonderes nachdem ein großer Teil von den Büchern des Bischofsamtes in einem Brand in der Sakristei, wo sie gelagert waren, verbranten. Langsam überschritt der Humanismus die Grenzen des Bischofshofes, drang in die städtische Umfeld ein und beeinflußte den Lebensstil der Einwohner.

Die kulturelle humanistische Tradition in der Stadt am Ufer von Crisul Repede wird auch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wegen einer Reihe von hohen Prälaten italienischer Herkunft fortgesetzt: Giovanni de Milanesi da Prato, Giovanni de Cuirzola und Giovanni de Dominis da Arbe. Aber, „die eindrucksvollste Personalität der Renaissance jener Zeit in Mitteleuropa war der Bischof Ioan Vitez de Zredna, ein Beispiel  eines Mensches mit allen wichtigen Beschäftigungen seiner Zeit, ein glänzender Gönner” . Sein Hof wurde zu einem Treffpunkt für grosse Gelehrten oder Kulturmenschen, wie der Pole Grigore de Sanock, der Zyprer Filip Podocatharo, der Dalmatine Nicolaus Machinensis, der italienische Humanist Marzio Galeotti vom Hof von Matthias Corvinus, der Dichter Gaspare Tribracco usw. Eng waren seine Beziehungen zum berühmten Astronom Georg Peuerbach, der auf seinen Antrag eine Geometrie-Abhandlung schrieb und in Oradea/Großwardein eine Sternwarte errichtete. Er war auch mit dem Humanist Enea Silvio Piccolomini befreundet, der nachher zu Past unter den Namen Pius der Zweite wurde. Er blieb im Gedächtnis der Nachfolger als ein passionierter Buchsammler, ein grosser Teil davon wurden unmittelbar vom florentiner Verleger Vespassiano da Bisticci eingekauft. Seine edle Beschäftigung wurde dann in Versen von Janus Pannonius, der erste große Renaissancedichter in diesem Teil Europas besungen.

Die Nachfolger von Ioan Vitez, obwohl sie nicht seinem Wert gerecht wurden, setzten fort, die Renaissancewerte weiterzuführen. Ioan Filipecz Pruis z.B. unternahm ernste Anstrengungen, so dass das Gedicht von Rogerius, das in Oradea/Großwardein als Manuskript aufbewahrt wurde, in Brno 1488 gedruckt zu werden; Váradi János hatte die Musik und die Dichtung lieb und zog viele Künstler zu seinem Hof an; Kalmancsehi Domokos blieb für seine Leidenschaft für Bücher bekannt, und er bestellte für zahlreiche seiner Bücher ausgezeichnete Dekorationen. Unter denen, die versuchten seine Leidenschaft für Schönheit zu befriedigen, war auch Franciscus di Castello; diegleiche Leidenschaft hatte sein Nachfolger, Szatmári György, der für die Bereicherung seiner Bibliothek Beziehungen mit zwei großen italienischen Herausgebern, die Brüder Giordano und Aldo Manuzio knüpfte.
Die reiche Tätigkeit aller dieser Prälaten sowie jener, die ihm folgen, wird unter anderen in der Gründung eines Vermögens unschätzbaren Wertes von alten Büchern, Kultgegenständen, Möbel und kirchlicher Kleidung, Gemälden, Ikonen, Bildern usw. verwirklicht.

Zur Zeit besitzt die Römisch-Katholische Diözesanbibliothek rund 10.000 vor dem Jahr 1800 gedrückte Bänder, unter denen waren 23 Inkunabeln (Druckwerke vor dem Jahr 1501), über 350 Titel, die im 16. Jahrhundert erschienen, 220 Titel von alten ungarischen Druckwerken (vor 1712), über 1.000 fremde Druckwerke vom 17. Jahrhundert usw.

Unter den zahlreichen Titeln können wir erwähnen:
ANTONINUS Florentinus: De censuris. De sponsalibus et matrimonio – Venezia, Johannes de Colonia et Johannes Manthen, 23. Sept. 1474.
AUGUSTINUS, Aurelius, Sanctus: Opuscula – Strassburg, Martin Flach, 11. Aug. 1491.
GERARDUS de Harderwyck: Epitomata, seu reparationes totius philosophiae naturalis Aristotelis – Köln, Heinrich Quentell, 29. Feb. 1496.
GRATIANUS: Decretum. Cum apparatu Johannis Teutonici et additionibus Bartholomaei Brixiensis (Ed.: Sebastianus Brant.) – Basel, Johann Amerbach et Johann Froben, Kal. Jul.  1500.
HIERONYMUS, Sanctus: Epistolae P.I-II. – Basel, Nicolaus Kessler, 8. Aug. 1489.
JOSEPHUS FLAVIUS: Opera. P.II. (Ed.: Sigismundus Gelenius.) De antiquitatibus Judaicis libri XX. Antiquitate Iudaic. Flavii Josephi vita. De bello Iudaico. De antiquitate Iudaeorum contra Apionem Alexandrinum. De Maccabeis. – Francofurti ad Moenum, impensis Sigismundi Feyerabendii, impressum … per Petrum Fabricium, 1588.
MÜNSTER, Sebastian: Cosmographiae universalis lib. VI. – Basileae, apud Henrichum Petri, 1552.
PLUTARCHOS: Vitae Parallelae. Opus, quod parallela et vitas appellant, in quo vitae illustrissimorum virorum Graecorum ac Romanorum … comparantur. (Comment., Transl.: Guilielmus Xylander.) – Heidelbergae, excudebat Ludovicus Lucius, 1561. Basileae, per Johannem Oporinum.
SALLUSTIUS Crispus, Caius: Historiae de conjuratione L. Catilinae, de bello Jugurthino. Fragmenta quaedam ex libris historiarum. – Oratio in M. Tullium Ciceronem. –                   CICERO, Marcus Tullius:  Responsio ad Salustium. Orationes quatuor in Catilinam. Fragmentum orationis … de moribus Catilinae – PORTIUS Latro: Declamatio in Catilinam. (Cum aliis aliorum opusculis.)(Annot.: Henricus Glareanus, Jacobus Bononiensis, Caelius Secundus Curionis, Ulrich Hutten.) – Basileae, ex officina Henricpetrina, 1571.
VERGILIUS, Maro, Publius: Opera. Bucolica & Georgica, Aeneis. (cont.:) VEGIUS, Maphaeus: Liber XIII, additus XII Aeneidos libros. (Ed., Comment.: Servius Honoratus, Aelius Donatus, Antonius Mancinelli, Probus Valerius, Jodocus Badius, Augustinus Dathus, Domitius Calderinus, Philippus Beroaldus.) – Lugduni, in officina Jacobus Sachon, impensas Ciriacus Hochperg, 1517.
OSUALDUS de Lasko (LASKAI Osvát): Sermones dominicales perutiles Biga salutis intitulati. – Hagenau, impensis et sumptibus Joannis Rynman per industrium Henricum, Gran, 10. Sept.1506.
PÁZMÁNY Péter: Hodoegus. Igazsagra-vezerlö kalauz. – Posonban, typ. Soc. Jesu, 1637.

Zwischen den anderen Stücken großes künstlerischen und historischen Wertes, die das Museum des Römisch-Katholischen Bischofsamtes Oradea/Großwardein besitzt oder die mit der Vergangenheit dieser Gemeinde verbunden sind (sie werden im Palast des Römisch-Katholischen Bischofsamtes Oradea/Großwardein aufbewahrt) sind folgende Bilder bemerkenswert : das Porträt des Kardinals Schlauch Lőrinc (Maler Benczúr Gyula, Öl auf Leinwand), Jahr 1900, Größe: 150×250 cm.; Matei Corvin bevor Wiens Tore (Maler: Koroknyai Ottó, Öl auf Leinwand), Jahr 1895, Größe: 400×600 cm.; Porträt des Bischofs Patachich Ádám, Jahrhundert 18., Öl auf Leinwand, Größe: 80×100 cm.; Porträt des Kaisers Franz Iosef I., Ende des 19. Jahrhunderts, Öl auf Leinwand, mărime: 90×130 cm.; Ikone Mariä Aufnahme in der Himmel (Maler: Vinzenz Fischer, 1779, Öl auf Leinwand) Größe: 2500×6000 mm.; Ikone des Heiligen Ladislau (Maler: Vinzenz Fischer, 1778, Öl auf Leinwand) Größe: 2000×5000 mm.; Heiligenschrein (Herma) des Heiligen Ladislau, 1892, Silber-Email, Meister: Link Fülöp.