multicultural---poza-micaMultikulturelle Geschichte der Stadt

Seit dem Mittelalter war Oradea eine kosmopolite Stadt, von Ungarn, Rumänen, Italiener, Deutschen, Juden, Zigeuner, Slowaken etc. bewohnt, die dieser Stadt einen Teil ihrer Kultur und Zivilisation der Orten ihrer Herkunft verliehen haben. Die Anfänge der Geschichte verbinden sich mit dem Königreich Ungarn, das in 11ten Jahrhundert in Expansion nach Osten,bzw. nach Siebenbürgen, befand. Nach späteren Quellen, die bemalte Chronik von Wien (verfasst in der zweiten Hälfte des 14ten Jahrhunderts), König Ladislau I der Heilige (1077 – 1095) „fand in der Pfarrgemeinde der Burg Bihor, zwischen Criș Flüsse, bei einer Jagd, eine Stelle, wo er bei Anregung der Engel entschied, ein Kloster zu Ehren der Jungfrau Maria zu bauen, Stelle, die er Varad genannt hat“. Um dieses Kloster wurden mehrere Siedlungen gebaut, die letztlich in der Mitte des 19ten Jahrhunderts  zusammen-gekommen sind, und so entstand Oradea. Während der Zeit der ungarischen Herrschaft, bis zur Verwandlung der Siebenbürgen in einem unabhängigen Fürstentum unter osmanische Oberhoheit in 1541, erfreute sich die Stadt über eine besondere Aufmerksamkeit der ungarischen Könige, wurde von vielen Königen besucht, einige von ihnen äuserten sogar den Wunsch hier begraben zu werden.

01-multiculturalDank der ungarischen Gemeinde wurde die Stadt reicher, mit einigen monastischen Institutionen, großer Teil von denen waren Tochtergesellschaften von größeren Klöster (Heiliger Ștefan, oder diejenigen, die der Dominikanischen, Franziskaner, Augustiner, Johannes Orden gehörten), oder mit laizistischen Gebäuden, die leider nicht um den Durchgang von Jahren und wiederholten Belagerungen widerstanden haben. Die Stadt wurde auch zu Anreger einiger komplexen kulturellen Tätigkeiten, die verschiedene Formen hatten (von der Anziehung in der Stadt einiger großen Persönlichkeiten der damaligen Zeiten, bis zum verschiedenen buchmäßigen Tätigkeiten, wobei das beste Beispiel die Neuveröffentlichung der Bibel in ungarischer Sprache, übersetzt von  Károlyi Gáspár în 1590 ist); der eigentliche Druck begann im Jahre 1657, aber wegen der türkischen Belagerung war er unterbrochen worden, wurde dann in Cluj zwischen 1660 und 1661 fortgesetzt, wegen der Verschiebung der Druckmaschine  (das Ereignis wurde von Chronist Georg Kraus beschrieben, der  sich kurz nach der Besetzung der Stadt Oradea hier befand).

02-multiculturalWährend des Mittelalters wurde die italienische Gemeinde in Oradea sehr gut vertreten, die Rede in dieser Sprache auf die Straßen von Oradea im 15ten Jahrhundert war  einen Teil des täglichen Lebens. Die kulturelle Entwicklung der Stadt Oradea und die Eindringung der Humanismus und der Renaissance wurde auch möglich weil einige Bischöfe und Hierarchen der Katholischen Kirche  der Stadt in die italienische Halbinsel geboren waren.  Die lange Reihe wurde von  Ladislau Déméndi eröffnet, geboren in Napoli, und von seinen sofortigen Nachfolger wird  Andrea Scolari heraustreten, „der als eine vollkommene Verkörperung des Renaissance Geistes betrachtet wurde, einen achtenswerten Prälat, der in der Geschichte des Papsttums als das  Goldene Pontifikat blieb”. Während der ganzen Zeit, als er Bischof von Oradea war, versuchte er viele italienischen Künstler hierher zu bringen, mit welchem er Kapellen und Altäre, mit luxuriösen Dekorationen geschmückt, gebaut hat. Die Sorge für Literatur wurde nicht gemieden, Scolari hatte als erster die Absicht eine Bibliothek in Oradea zu bauen, besonders nachdem viele Bücher des Bistums in einem Feuer in der Sakristei verbrannt sind. Der Humanismus hat langsam die bischöflichen Grenzen überschritten, drang in die städtische Umwelt, und beeinflusste die Lebensart der Einwohner.

06-multiculturalDie Fortführung der humanistischen-kulturellen Tradition in der Stadt an den Ufern des Flusses Crișul Repede wird in der erste Hälfte des 15ten Jahrhunderts, dank einer Reihe von anderen italienischen Priester: Giovanni de Milanesi da Prato, Giovanni de Cuirzola und Giovanni de Dominis da Arbe. Aber “die beeindruckende Zahl der Renaissance in Mitteleuropa jener Zeit war der  Bischof Ioan Vitéz de Zredna, einen Mensch mit alle wichtigen Beschäftigungen seiner Epoche, einen hervorragenden Schirmherr der Kunst” (vgl. Liviu Borcea). Sein Hof hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Gelehrten oder Wissenschaftler, wie der Pole Gregor de Sanoc, der Ziprer Filip Podocatharo, der Dalmater Nicolaus Machinensispofta, der italienische Humanist Marzio Galeotti vom Hof Matthias Corvinus, der Dichter Gaspare Tribracco u.a.

03-multiculturalSeine Beziehungen waren eng auch  mit dem berühmten Astronom Georg Peuerbach, der auf seiner Anfrage, auch eine Abhandlung über Geometrie geschrieben und eine Sternwarte in Oradea aufgebaut hat. Er hatte auch die Freundschaft des Humanisten Enea Silvio Piccolomini, der später Papst wurde, mit der Name Pius II. Er blieb in der Erinnerung der Nachfolger als ein begeisterter Sammler von Bücher, von denen die meisten direkt vom dem Florentinen Verleger  Vespassiano da Bisticci versorgt wurden. Seine noble Beschäftigung wurde dann in Versen von Janus Pannonius geäußert, der erste große Schöpfer der Renaissance Dichtung in diesem Teil Europas.

Die Nachfolger des Ioan Vitéz, obwohl sie nicht so großartig wie er waren, werden  die Renaissance Werten weiterführen. Ioan Filipecz Pruis, zum Beispiel, wird ernsthafte Bemühungen anbahnen um die Rogerius Gedichte, die im Manuskript in Oradea verwahrt wurden, in Brno im Jahre 1488 gedruckt zu sein; János Váradi liebte Musik und Dichtung, deshalb hat er an seinem Hof viele Künstler angezogen; Kalmancsehi Domokos blieb bekannt für seine Liebe für Bücher, er bestellte für viele von diesen großartige Ornamente; unter denen, die seinen  Durst der Schönheit zu befriedigen versuchten war auch Franciscus di Castello; die gleiche Leidenschaft hatte auch seinen Nachfolger Szatmári György, der um seiner Bibliothek zu bereichern, Beziehungen mit zwei großen italienischen Verleger, Brüder Giordano und Aldo Manuzio, bestimmen wird.

09-multiculturalDie Rumänen, obwohl sie numerisch seit langem eine Minderheit gegenüber den anderen ethnischen Gruppen waren, begannen im kulturellen Bereich,  vor allem seit dem 18ten Jahrhundert sich zu behaupten. In betonten Formen kann man dieses Verfahren während der Prälaten Moise Dragoş, Ignatie Darabant, Samuil Vulcan usw. beobachtet werden. Sie wurden ständig über das Bildungssystem beschäftigt, sie versuchten einen großen Teil der Bevölkerung auszubilden, durch die Gründung von vielen Schulen in den Dörfer und den Druck der Bücher. Durch dieses letztgenannte Ziel verfolgte man sowohl die Bereitstellung der Schulen mit Lehrbücher, als auch die Veröffentlichung einiger wissenschaftlichen Arbeiten von allgemeinen Interesse, um dem Alltag Verbesserungen zu bringen und um das Gefühl der Schönheit zu bilden. Die Beziehungen mit der Druckerei von Buda, nächste von Oradea, haben sich daher in einem nachhaltigen Tempo vermehrt.

05-multiculturalFür rumänisches Element in der Stadt und dem Kreis Bihor, der kulturelle Anstieg in diesem Zeitraum bindet sich im Wesentlichen mit den Namen von Samuil Vulcan. Guter Freund der Hauptvertreter der Siebenbürgische Schule (Samuil Micu, Petru Maior), hat sich den Prälat von Oradea persönlich über den Druck von mehreren Bücher in rumänischer Sprache beschäftigt, unterstützte die Veröffentlichung des geschichtlichen Werks von Petru Maior und den erfolgreichen Abschluss des „großen“ Wörterbuchs der rumänischen Sprache, koordinierte die Entwicklung des mehrsprachigen Wörterbuchs genannt Rumänisch-Ungarisch-Deutsch-Lateinischer Lexikon, der in Buda im Jahr 1825 erschien. Samuil Vulcan unterstützte dann die Gründung einer beeindruckender Bibliothek, nicht nur als Zahl der Bücher (in 1830 enthielt sie 1574 Bücher, von denen 117 in rumänischer Sprache), sowie durch ihren Vielfalt. Während seines Bischofstums, wurde Oradea ein Veranstaltungsort für viele Wissenschaftler, neben den schon genannten Namen können die von Ioan Molnar Piuariu, Vasile Coloşi, Ioan Corneli, Ioan Teodorovici, Ioan Budai-Deleanu usw. erwähnt werden.

Die zweite Hälfte des 19ten Jahrhunderts in Oradea wurde im kulturellen Bericht von das Auftreten von mehreren kulturellen Gesellschaften gezeichnet , wie die Lektüre-Gesellschaft der rumänischen Jugend aus Oradea Mare (gegründet im Jahr 1852), Volkszirkel von Oradea-Velenta und Oradea-Subcetate (gegründet im Februar 1870), Archäologie und Geschichte Gesellschaft des Kreises Bihor (Dezember 1871), Gesang Zusammenkunft „Hilaria“ (1875), Szigligeti Gesellschaft (1891), usw. Es erschienen auch zahlreiche kulturelle Zeitschriften und Zeitungen; davon bemerkte sich „Familia“, zunächst in Pest unter Iosif Vulcan’s Leitung veröffentlicht, dann nach Oradea versetzt und „Şezătoarea“, erstes volkstümliches  Blatt mit einer breite Austragung in Siebenbürgen. Die ungarische Presse wurde durch mehrere Titeln, wie Bihar, Nagyvárad oder Nagyváradi Napló vertreten.

04-multiculturalEine bedeutende Präsenz im Alltag der Stadt hatten die Juden, obwohl, wegen der Zerstörung von vielen Archivfonds ihre mittelalterliche Geschichte schwer  wiederherzustellen ist. Weil sie bevor 1660 sporadisch erinnert wurden, sind sie besonders im 18ten Jh. herausgetreten. Am Ende des 19ten Jahrhunderts gelang der hebräischen Gemeinschaft, obwohl geteilt, zwei Synagogen zu bauen, bzw. die Neologische Synagoge im Stadtzentrum (1878) und die Orthodoxe (1890).

 

08-multiculturalDas Erscheinungsbild der Stadt Oradea als multikulturelle Stadt, kann leicht auch für den Übergang zwischen 19ten und 20ten Jhs. hervorgehoben sein. Ihre Lage an den westlichen Grenzen des rumänischen Raums ermöglichte, dass während dieser Periode die Stadt in die zentral-europäische Welt eingeschlossen war, da sie starke Beziehungen mit Wien und Budapest hatte. Diese Tatsache versetzte sich in der Praxis in Groswardein, auf mehreren Ebenen: eine der sichtbarsten ist die Architektur (Art Nouveau), die den starken Einfluss der spezifisch mitteleuropäischen künstlerischen Strömungen trägt.  Die wichtigsten öfentlichen  Gebäude und historische Komplexe der Stadt sind die Burg, der Rathaus Palast, der Justizpalast, der Schwarzer Adler Palast, der Palast des Orthodoxen Bistums, der Palast des Römisch-katholischen Bistums, der Palast des Griechisch-katholischen Bistums, der Apollo Palast, der Stern Palast, der Moskovits Palast, u.a.

07-multiculturalDerzeit, ergibt sich die Multikulturalität von Groswardein aus Zusammenleben einer heterogenen Bevölkerung, mit vielen Ethnien, die zum aktiven Leben der Burg beitragen.

Das kulturelle Leben der Stadt findet derzeit in mehreren Institutionen, wie Hochschulen (Universität Oradea, Christliche Universität Partium, Emanuel Universität, Agora Universität), Staatstheater, Puppentheater „Arcadia“, Philharmonie, Ţării Crişurilor  Museum, Iosif Vulcan Museum, Ady Endre Museum u.a., statt.